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E-Mail an die Mama
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
Gedenkseite für den kleinen Henry Martin Wolf

Henry

Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es Dir sein,
als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben die lachen können...
Und wenn Du Dich getröstet hast,
wirst Du froh sein, mich gekannt zu haben.
Und Du wirst manchmal Dein Fenster öffnen,
gerade so, zum vergnügen...
Und Deine Freunde werden sehr erstaunt sein,
wenn sie sehen, das Du den Himmel anblickst und lachst.
Dann wirst Du sagen: ,,Ja, die Sterne,
die bringen mich immer zum lachen!"

Der kleine Prinz

von Antoine de Saint-Exupery

 

Das Sternenbild ist von Henrys Mama gezeichnet

Henry

geb.: 26.03.2006            am 06.10.2006 wurde er ein Sternenkind

 

Henry´s Elise

Unsere Geschichte:

Am 26.03.2006 ist Henry nach einer komplikationslosen Schwangerschaft geboren.
Er hatte es sehr eilig zu uns zu kommen, war zwei Wochen vor dem ET und dazu ein Sonntagskind.
Mit seiner freundlichen Art, seinem Lachen und den grossen Kulleraugen haben ihn alle gleich ins Herz geschlossen.
Mein Sohn, Papas erstes Kind, seine Schwestern Lisa (6) und Leonie (4) superstolz, alle die uns kennen und anfangs skeptisch waren über den erneuten Nachwuchs gerührt, erfreut,... von unserem Sonnenschein!


Martin, mein Freund und Henrys Papa, war mit Freunden und Hernys Opa zum angeln nach Norwegen gefahren.
Am 05.10.2006 waren wir mit Henrys Oma beim Babyschwimmen, er liebte das Wasser und genoss es wie immer.

 

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In der Nacht zum 06.10 merkte ich wie er ganz unruhig in seinem Bettchen schlief.
Ich nahm ihn mit zu mir ins Bett, merkte wie heiss er sich anfühlte, dachte erst ihm ist einfach zu warm und zog ihm den Schlafsack aus.
Als ich merkte wie er nun zitterte war es mir dann doch klar, sein erstes Fieber, also gab ich ihm ein Zäpfchen und legte ihn zu mir ins Bett.
So schlief er dann sehr ruhig und ich wachte neben ihm über seinen Schlaf, den ich selbst nicht finden konnte.


Am Morgen dann weiterhin Fieber.
Ich machte die Mädchen fertig für Schule und Kiga und sagte ihnen sie sollen sehr lieb zu ihrem Bruder sein, er ist das erste Mal krank...
Wir waren gleich als die Kinderarztpraxis öffnette dort.
Henry war sehr schlapp, schlief die meiste Zeit und liess sich von nichts wirklich dabei stören.
Der Arzt konnte nichts weiter feststellen, neben dem Fieber war lediglich der Hals leicht gerötet und er bestätigte meine Annahme Erkältung.
Er verschrieb Nasentropfen und meinte es sei wichtig das Henry gut trinkt, frische Luft wäre auch gut.
So fuhren wir nach Hause und ich versuchte es meinem kleinen so Angenehm wie möglich zu machen.

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Er trank ganz normal ca. alle 3stunden an meiner Brust.
Ich ging mit ihm mit dem Kiwa spazieren, kaufte uns noch eine Kuscheldecke damit wir es uns auf dem Sofa gemütlich machen können.
Nach dem Spaziergang, beim Ausziehen sah ich dann die ersten Flecken, lila, fast bläulich,vereinzelt. Ich dachte gleich da kann was nicht stimmen, zeigte sie meiner Schwiegermutti, die im Haus wohnt. Sie telefonnierte mit dem Kinderarzt, Henry trank an meiner Brust, danach fuhren wir los, gegen 14Uhr.


Auf der Kinderstation, 14.30Uhr, wussten sie schon Bescheid das wir kommen, schickten uns ins Untersuchungszimmer.
Ich sollte den kleinen zur Untersuchung ausziehen.
Der Arzt kam, erkannte was los ist und sagte nur es wäre eine lebensbedrohliche Bakterielle Infektion, sie müssten ihm Antibiotika geben, schickten mich raus.
Warten auf dem Flur.
Nach einer Weile kam der Arzt kurz raus, schickte uns in einen Warteraum, erklärte uns grob die lebensbedrohliche Situation, das sie den Kreislauf stabilisieren müssen,...
wieder warten, ich rief meine Schwägerin an,sie kam auch gleich vorbei.
Mann hörte Ärzte und Schwestern auf dem Flur rennen, sie brachten verschiedene Medikamente, die Tür zum Untersuchungsraum, in dem mein Sohn lag wurde nicht mehr langsam zu gemacht, überall Hektik.
Oft schaute ich auf den Flur, der Untersuchungsraum lag direkt gegenüber von dem Warteraum wo wir sassen.

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Es war als wären alle Kinderärzte des Krankenhauses zusammengerufen worden.
Ich hielt es kaum aus dort nur zu sitzen und zu warten.
Immer wieder schaute ich in den Flur hinaus in der Hoffnung sie sagen Bescheid das alles gut wird.
Einmal, als ich hinaussah schoben sie ein Wärmebettchen zu ihm hinein, wir hatten Hoffnung.
Beim nächsten Mal aber stand die Tür zu dem Untersuchungsraum auch gerade ein stück auf und ich musste mit ansehen, wie der Arzt die Reanimation durchführte...
Zusammenbruch in mir, Verzweiflung,...
Als die Ärzte dann zu uns kamen Gewissheit, mein Sohn hat den Kampf verloren, um 16.30Uhr!
Sie konnten nichts für ihn tun, unbegreiflich, immernoch...


Eine sehr seltene bakterielle Infektion wurde uns gesagt, Meningokokken, die den kleinen Körper in einen Schockzustand versetzt haben an dem er dann auch gestorben ist.
So viele Fragen im Kopf, so eine Leere innerlich, immernoch...
Ich durfte meinen kleinen Sohn ein letztes Mal auf den Arm nehmen, hätte ihn wohl nie mehr los gelassen wenn nicht meine Mutti ins KH gekommen wäre, dann würde ich jetzt noch dort sitzen, den kleinen Körper ganz fest im Arm, die Liebe zu ihm im Herzen ....
Noch am abend musste ich Martin anrufen, ihm erzählen was passiert war...er macht sich Vorwürfe, dass er nicht da war...

 

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Am 14.11 waren wir noch einmal zum Gespräch bei dem Kinderarzt in Friedrichroda, er hatte sich extra Zeit für uns genommen.
Er sagte uns das sie versucht haben die Bakterien zu züchten, aber diese wären so empfindlich, dass sie es bis jetzt nicht geschafft haben eine Kultur anzulegen um genau herauszufinden was es für Bakterien sind.
Woher Henry diese hatte kann man nicht sagen, es sind wohl eigentlich ganz alltägliche Bakterien aus dem Nasen-Rachen-Raum.
Warum sie ausgerechnet bei ihm diese Schlimme Erkrankung hervorgerufen haben kann uns keiner sagen, soweit haben die das noch nicht erforscht.
Sie wissen das es Meningokkoken waren, die bei Henry das Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom hervorgerufen haben.
Dabei werden Gerinnungseiweisse aufgebraucht und es kommt zum Verschluss der Kapillaren und somit zu Einblutungen unter die Haut und in den Organen.
Durch die Infusionen konnten sie diese wieder öffnen, aber die Organe kamen mit der vielen Flüssigkeit wohl nicht zurecht, die Lunge ist kollabiert, sie haben versucht ihn zu beatmen...


Es kommt nur alle paar Jahre mal ein Fall vom Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom vor, Säuglinge haben wohl meist keine Chance da die Abwehr noch nicht so ausgeprägt ist, Kinder die sie retten konnten mussten viele Operationen, Amputationen,...mitmachen.
Trotz dieser vielen Informationen kann ich nicht begreifen, dass ich Henry nie wieder sehen werde, er fehlt mir so sehr, alles konnte noch so schlimm sein, sobald er mich angelacht hat war aller Stress vergessen, mein Sonnenschein...

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Ich frage mich immer wieder WARUM...
warum er und nicht ich, er hatte doch alles noch vor sich.
Manchmal hab ich einfach überhaupt keine Lust mehr weiter zu leben, ich weiss nicht wie es wäre, wenn die Mädchen nicht da wären, aber ich denke ich wäre auch zu feige ihm zu folgen...
Jeder Tag ist anders, manchmal geht es mir gut, mal sitze ich nur da und weine, der Schmerz ist immer da, die Leere...
Ich habe mir noch nie in meinem Leben so sehr gewünscht die Zeit zurückdrehen zu können wie jetzt, das Leben geht weiter, die Welt bleibt nicht stehen, dass tut so weh, ich habe das Gefühl ein Teil von mir ist am 06.10.06 einfach stehen geblieben...

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie hilft uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben!
Das ist das einzige, woran ich mich im Moment festklammere...
 


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Wir Fünf, Anfang September, als unsere Welt noch in Ordnung war...........

Lieber Henry,
Ich sehe Dich und sehe Dich doch nicht,
Ich fühle Dich und fühle Dich doch nicht,
Ich höre Dich und höre Dich doch nicht,
Ich rieche Dich und rieche Dich doch nicht,
Du bist immer bei mir und bist es doch nicht.
Das einzige was sicher ist,
ist meine unendliche Liebe zu Dir.
Wie ein unsichtbares Band,
fesselt sie uns aneinander...
In Liebe,
Deine Mama Mareike.

Henry

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Henry´s kleines Bettchen